Rehkitz in der Natur

Interessant zu wissen!

1. Rehkitze werden in der Regel von Mai bis Juni geboren
2. Die Muttertiere gebären ein bis zwei Kitze, auch drei Kitze sind keine Seltenheit.
3. Nach der Geburt werden die Kitze zum Schutze vor Fressfeinden, wie Füchsen,        freilaufenden wildernden Hunden bzw. auch Greifvögeln im hohen Gras abgelegt. Bevorzugt sind hier Wiesen, Rapsfelder oder Futterkleewiesen in Waldnähe.
4. Junge Rehkitze haben keinen ausgeprägten Eigengeruch, dies bewahrt sie gut vor dem Aufspüren durch andere Raubtiere.
5. In den ersten 2 Wochen haben die Rehkitze noch keinen Fluchtinstinkt, bei Gefahr drücken sie sich fest auf den Boden und verharren dort still. Fataler Weise beginnt gerade in dieser Zeit auch die jährliche Mähsaison des Grüngutes.
6. Der sogenannte Drückinstinkt wird ab der 3. Woche vom Fluchtinstinkt abgelöst. Droht Gefahr, flüchtet das Kitz und drückt sich an anderer Stelle wieder ins Gras.
6. Das Muttertier, die Ricke sucht das Kitz nur zum Säugen auf, hält es jedoch ständig unter Beobachtung.
7. Kitzflecken sind die weißen Flecken im Fell des Rehkitzes. Ab der vierten Lebenswoche verblassen diese immer mehr.
 
 

Ich bin in Wald und Flur auf ein Kitz gestoßen – was tun?

1. Rehkitze liegen oft allein in der Deckung der Wiesen oder Wälder. Das ist ganz normal und stellt keine Notlage dar. Die Ricke kommt mehrmals am Tag vorbei, um das Kitz zu säugen und entfernt sich dann wieder.
1. Rehkitze bleiben in den ersten 2 Wochen liegen und flüchten nicht, selbst wenn ein Mensch oder Hund unmittelbar vor ihnen steht. 
2. Das Kitz keinesfalls berühren oder sogar streicheln, denn der anhaftende menschliche Geruch würde die Ricke irritieren, so dass sie im schlimmsten Fall das eigene Rehkitz verstößt. Das wäre tragisch und gleichzeitig ein Todesurteil für das Rehkitz.
3. Hunde sofort wegnehmen und den ruhigen Rückzug antreten. Die Ricke verfolgt das Geschehen aus sicherer Entfernung und wird sich nähern, sobald Mensch und Hund den Ort verlassen haben.
4. Ein Kitz kann naturgemäß stundenlang allein an einem Ort liegen, ohne dass Gefahr besteht.
 
 
 

Leine rettet Leben

1. Ab Mai bekommen die Rehe ihren Nachwuchs. Freilaufende Hunde sind für die Tiere und ihre Jungen eine große Gefahr. Rehkitze, die von den Ricken in den Wiesen abgelegt werden, sind für Hunde leichte Beute.
2. Wir appellieren deshalb besonders in der Zeit von März bis Juli an alle Hundebesitzer: Nehmt Rücksicht und leint eure Hunde an! Rehkitze haben in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtreflex, sondern ducken sich bei herannahender Gefahr regungslos am Boden. Kitze haben auch noch keinen ausgeprägten Eigengeruch; dies soll gewährleisten, dass sie von natürlichen Feinden nicht aufgestöbert werden können. Dieser natürliche Schutzmechanismus ist bei freilaufenden Hunden fatal, denn das Kitz flüchtet nicht vor dem Hund, sondern bleibt geduckt sitzen.


Interessante Links zum Thema:

-  www.kitzrettung-hilfe.de   - "Projekt Kitzrettung", Landesjagdverband Baden-Württemberg
https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod  - "Wildtierschutz" "Deutsche Wildtier Stiftung"